Mein Lesemonat Juli – selbst auferlegtes Kaufverbot 

8 Büchern und 2902 Seiten habe ich im Juli geschafft. Heute zeige ich dir meinen Lesemonat im Detail.

Mein Vorhaben:
Um endlich meine SuB-Leichen abzubauen, habe ich mir vorgenommen, bis Ende September keine Bücher mehr bei mir einziehen zu lassen, sondern mich zuerst denen zu widmen, die ich habe. (SuB =Stapel ungelesener Bücher) Insgesamt bin ich nämlich mittlerweile bei 72 und das ist mir einfach zu viel. Drück mir die Daumen, dass ich es durchhalte. Jetzt erstmal viel Spaß beim Verfolgen meines Lesemonats. 

Entzückendes Ende einer Reihe

Die Fletcher University Reihe von Tami Fischer habe ich mit dem fünften und letzten Band: Crushing Colors nun beendet. Er umfasst 446 Seiten und ist bei Knaur erschienen.

Im abschließenden Band wird die Geschichte von Summer und Brigham erzählt. Summer ist eine Partymaus und flirtet unglaublich gern. Nach ausufernden Nächten, erholt sie sich gern in ihrer Wohnung. Nur ihr Nachbar lässt das durch seine Lautstärke oft nicht zu und treibt sie in den Wahnsinn. Aus Frust schließen die beiden eine Wette ab und lernen sich infolgedessen besser kennen.

Summer und Brigham waren facettenreiche Protagonisten. Im Laufe des Buches konnte man viele ihrer Eigenschaften kennen und schätzen lernen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, beide während ihrer Wortgefechte zu begleiten. Auch die Wette war gut eingebaut und hat mich sehr belustigt. Außerdem hat man die Spannung zwischen den beiden durch ihren Pakt und damit verbundene Verbote, einander näherzukommen, intensiver wahrnehmen können. Ich habe es genossen, diesen Freundeskreis näher kennenzulernen und fand diesen Reihenabschluss wunderbar. Etwas traurig bin ich dennoch, da ich diese Reihe nun endet. 

Ein Bücherschiff in Frankreich

“Das Lavendelzimmer” von Nina George liegt schon seit 2023 auf meinem SuB und nun ist es endlich an der Reihe. Ich habe eine Hardcover-Ausgabe vom Knaur Verlag.

Der Roman handelt von Monsieur Perdu, der ein Bücherschiff betreibt. Auf diesem verkauft er Bücher als Medizin an seine Kunden. Wenn ein Kunde den Laden betritt, weiß er genau, wo in seinem Leben dieser gerade steht und welche Lektüre ihn unterstützen kann. Nur bei sich selbst funktioniert der Trick mit den heilenden Büchern nicht so richtig.

Monsieur Perdu ist ein feinsinniger und sensibler Protagonist, was wunderbar beschrieben wurde. Ich mochte seine Art, mit Menschen umzugehen und seine Intuition für die Lebenssituation derer. Die integrierten Briefe lassen den Leser in einen anderen Blickwinkel der Situation sehen. Was auf diese Weise super dargestellt war. Die Reise von Perdu mit allen Begleitern war spannend und inspirierend. Viele Textpassagen sind philosophisch und es kommen einige Klassiker vor. Ein lesenswerter Roman, der meiner Meinung nach viel bekannter sein sollte.

Das Aussehen kann täuschen

Felix hat mir “Der verschwundene Buchladen” von Elvie Woods geschenkt. Ich finde das Cover wunderschön. Ein kleiner Buchladen versteckt in einem zugewachsenen Bücherregal, dass sollte doch jeden Leser ansprechen. Zudem ziehen sich die Ranken auch über den Buchschnitt, was mir auch sehr gut gefallen hat. Der Roman umfasst etwas über 400 Seiten. 

Durch eine zufällige Entdeckung tauchen Martha und Henry in die Welt von Opaline ein. Gemeinsam decken sie Geheimnisse um das Leben der ehemaligen Buchhändlerin auf und stoßen dabei auf eine schaurige Wahrheit. 

Bei der Aufmachung habe ich mich fälschlicherweise auf Fantasy gefreut. Doch der Fantasy-Anteil ist ziemlich gering. Eigentlich besteht dieser nur daraus, dass einige Räume ein Eigenleben haben und dass es eine mystische Person gibt. Ich würde das Buch eher als historischen Roman bezeichnen, da er sehr viel in einer früheren Zeit spielt. Zudem habe ich eine Weile gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Danach fand ich das Leben der Figuren und die Verknüpfungen untereinander spannend. Immer wieder gab es Längen und ich habe das Buch teilweise nur noch quergelesen. Da mich das Ende interessiert hat, habe ich mich bis dahin gekämpft. Leider konnte auch das mich nicht voll und ganz überzeugen. Alles in allem: Einfach nicht mein Buch, was vielleicht auch mit der grundverschiedenen Erwartung zu tun hat. Ich kann mich beim Aufschreiben (zwei Wochen nach dem Lesen) bereits nicht mehr detailliert an die Handlung erinnern, was aufzeigt, dass es einfach nichts für mich war. 

Gitarristin vs. Glasbläser

Schande über mich: “All in von Emma Scott habe ich zu Ostern 2024 von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. Der Klappentext hat mich von Anfang an angesprochen und ich kann nicht sagen, warum er so lange auf meinem SuB warten musste. Nun endlich lese ich es. Hierbei handelt es sich übrigens um den ersten Teil einer Dilogie. 

Kacey ist Gitarristin einer Band, die kurz vor dem Durchbruch steht. Nach einem Absturz mit Bewusstlosigkeit nimmt sie der Chauffeur kurzerhand mit nach Hause, weil er nicht weiß, wo er sie sonst hinbrigen soll. Er unterstützt sie und beide spüren nach und nach eine tiefe Verbundenheit zueinander. Doch Jonah muss bald das Geheimnis lüften, was er vor ihr verbirgt.

Der Schreibstil hat sich locker und leicht angefühlt und ich kam daher schnell durch den Liebesroman. Die Autorin geht unglaublich sensibel mit einer schweren Thematik um. Sie baut interessante Leidenschaften wie z.B. die Glasbläserei ein und beschreibt die Tätigkeit anschaulich. Man merkt, dass sie sich damit befasst hat. Kacey und Jonah empfand ich als warmherzig. Ich habe ihre Geschichte sehr gern verfolgt. Beide machen eine große Charakterentwicklung im Laufe des Buches durch und wachsen über sich hinaus. Besonders auffällig empfand ich die gegenseitige Unterstützung und das Verständnis zueinander. Diese Aspekte haben die Protagonisten ausgezeichnet. Ein gefühlvoller aber auch sehr trauriger Roman, den ich definitiv weiterempfehlen kann.

Düster und märchenhaft

Passend zum regnerischen Wetter habe ich danach zu “Beastly” einem Fantasyroman von Alex Flinn gegriffen. Es ist 2012 erschienen und ich mag die Verfilmung. Deshalb war jetzt endlich die Buchvorlage dazu dran.

Kyle ist beliebt, aber auch fürchterlich arrogant und bildet sich etwas auf sein gutes Aussehen ein. Er behandelt andere Menschen abwertend und geht nur nach Äußerlichkeiten. Zur Strafe wird er von einer Hexe verflucht und muss als Biest weiterleben. Nur die wahre Liebe kann den Fluch brechen. Diese muss er allerdings innerhalb von zwei Jahren finden, sonst ist der Fluch nicht mehr rückgängig zu machen.

Ich bin ein großer Fan von dem Märchen: die Schöne und das Biest und fand die Adaption wirklich gut gelungen. Die Charaktere waren markant und die Handlung wurde zügig erzählt. Das Vertrauen zwischen Kyle und Linda baut sich langsam auf und die ersten Annäherungsversuche sind süß dargestellt. Fantasy und Wirklichkeit haben sich in der Geschichte überschnitten, wobei beide Aspekte gut miteinander verknüpft wurden. Manche Umgebungen, wie beispielsweise den Dachgarten, hätte ich mir etwas genauer beschrieben gewünscht. Ansonsten habe ich nichts zu meckern und mag die Geschichte sehr. 

Erholsame Bahnen 

Letzten Monat habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung von Caroline Wahl “22 Bahnen” entdeckt. Bereits im Juli habe ich es gelesen – wenn es nur immer so laufen würde. Es ist ein ganz kurzer Roman mit nur 207 Seiten. Erschienen ist er 2024 im Dumont-Verlag. Dieses Buch ist der Auftakt einer Dilogie. Die Fortsetzung “Windstärke 17” ist ebenfalls bereits erschienen.

Tilda kümmert sich neben ihrem Mathestudium um ihre kleine Schwester Ida. Zudem arbeitet sie im Supermarkt. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und kann all das nicht allein bewältigen. Schwimmen im Freibad ist die einzige Zeit, in der sie abschalten kann und keine Verpflichtungen erfüllen muss.

Der Schreibstil ist besonders, alles wird kurz und knapp erzählt und die Dialoge sind eher wortkarg. Ich wusste das sehr zu schätzen und fand gerade diesen Aspekt einzigartig. Viktor, Ida und Tilda fand ich toll. Sie denken aneinander und haben eine ganz starke Verbindung, die man zwischen den Zeilen spürt. Die innige Beziehung der Schwestern zueinander wird eher durch Gesten gezeigt. Zahlen spielen in Tildas Leben eine große Rolle, sie werden mit ihrem Alltag verbunden und treten wiederkehrend auf. Gerade beim Raten des Einkäufers im Supermarkt anhand des Einkaufs fand ich es unterhaltsam. Ich freue mich sehr, nach meinem Kaufverbot “Windstärke 17” bei mir einziehen zu lassen.

Abschluss der Stalker-Dilogie

Um nicht nur Reihen zu beginnen, sondern auch abzuschließen, habe ich mich als nächstes für “Romy. er war mein.”, einen Thriller von Thea Wilk entschieden. Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich eine Begegnung mit der Autorin. Infolgedessen hat sie mir ihre Thriller gezeigt. “Romy. er war mein” kam 2024 auf den Markt und hat eine wunderschöne Aufmachung. Wie auch in Band eins sind hier schwarze Seiten enthalten, auf denen sich weiße Schrift befindet. Außerdem gibt es schwarz-weiß Illustrationen, die ich sehr gelungen finde. 

Joey, Romy und Matti treffen sich wieder. Matti vertraut ihnen bei dieser Begegnung ein Geheimnis an und nur Stunden später wird die Leiche von Mariella in einem Park gefunden. Sie hatte etwas mit dem kürzlich anvertrauten Geheimnis zu tun. Aus Angst verdächtigt zu werden, flüchten Romy und Joey nach London. Doch selbst dort werden sie verfolgt.

Die Gestaltung des Thrillers ist wirklich besonders, ich habe es geliebt, die Illustrationen zu entdecken und in die Sicht des Stalkers durch die schwarzen Seiten zu blicken. Die Story konnte mich leider nicht überzeugen. Romy und Joey wirkten kühl und mir unsympathisch. Was zur Folge hatte, dass mir egal war, was mit ihnen passierte. Teilweise habe ich Seiten überflogen, um nur die grobe Handlung zu erfassen. Auch das Thema Stalking fand ich in der Fortsetzung viel schwächer dargestellt als im ersten Band. Leider hat es mir nicht wirklich gefallen und es gab deshalb insgesamt nur 2 von 5 Sternen von mir. 

Eine seit 10 Jahren verschwundene Surferin

Trotz des trüben Wetters folgte das nächste Sommerbuch für mich: “One second to Love” von Kristina Moninger. Das ist Band eins von vier der Breaking Waves Reihe. Das Buch habe ich mir vor einigen Wochen über Rebuy bestellt. Ich mag das Cover mit der Welle und der Surferin sehr.

Avery, Isabella, Odina, Lee und Josie lernen sich während des Surfcamps kennen und werden schnell Freundinnen. Doch nach und nach verlieren sich die Freundinnen und Josie verschwindet spurlos. Zehn Jahre später kehrt Avery wieder auf die Insel zurück. Sie will herausfinden, was hinter dem Verschwinden von Josie steckt.

Die Grundidee der Surfer-Freundinnen und des Verschwindens einer von ihnen fand ich super. Diese wurde auch richtig gut umgesetzt. Ich fand es spannend, das Leben der fünf Frauen mitzuverfolgen und jede in ihren Einzigartigkeiten kennenzulernen. Jede ist auf ihre Weise einmalig dargestellt und ich konnte sie daher gut auseinanderhalten. Die Liebesgeschichte zwischen Avery und Jake nimmt einen großen Platz in der Handlung ein. Daher ist die Beziehung detailliert dargestellt und man versteht die Verstrickungen. Das fand ich richtig toll. Immer wieder werden Kleinigkeiten eingestreut, die es auseinanderdröseln gilt, um herauszufinden, was wirklich passiert ist. Von Seite eins an war ich gefesselt und das hat bis zum Ende angehalten. Ich freue mich auf den Folgeband. 

Danke, dass du meinen Lesemonat bis hierhin verfolgt hast. Ich hoffe, es war die ein oder andere Buchempfehlung für dich dabei. 

Bis bald.

Cynthia


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert